Eine Wertentwicklung von 15 % p.a. ist nach den bisherigen Erfahrungen realistisch

Interview mit Ioannis Poimenidis, Mitgründer und Chief Investment Officer von SpeedLab. Er ist Experte für Devisen, Big Data und Handelssysteme.

 

Ioannes PoimenidisEin wichtiges Ziel für SpeedLab ist es, den Stress und das Risiko für Investoren zu begrenzen. 2016 haben die Aktien- und Rohstoffmärkte extrem geschwankt, zudem gab es abrupte Trendwechsel bei Währungstrends und Anleiherenditen.

 

Haben Sie das Ziel dennoch erreicht?

 

Ioannis Poimenidis: Ja, wir haben des Ziel erreicht und den Stress für unsere Investoren erheblich reduziert. Bei allen Ereignissen mit Risikopotential haben wir eine positive Performance erreicht oder zumindest nur einen sehr geringen Verlust verzeichnet. Dazu zählen der Aktienmarkt-Crash Anfang 2016, Brexit, Pfund-Flashcrash und US-Wahlen. Die monatliche Standardabweichung unseres Robo R&D Managed Accounts lag 2016 bei 3,16 Prozent. Der RoboTrade Fonds kam – mit deutlich geringerem Hebel – auf eine Volatilität von weniger als 0,8 Prozent. Was für andere ein Risiko darstellte, war für unsere Systeme also “business as usual”.

 

Welche Handelssysteme haben 2016 am besten funktioniert? Welche haben kein positives Ergebnis gebracht? Und was waren die Gründe dafür?

 

Poimenidis: Das beste Ergebnis brachte die Strategie Phantom C, die auf mittel- bis langfristige Trends setzt. Am schlechtesten lief es dagegen für die Strategie Phantom S, die auf Trendwechsel (Swing) fokussiert. Phantom C funktionierte gut, weil mehrere Währungspaare, zum Beispiel mit Japanischem Yen, Britischem Pfund und Australischem Dollar, sowie Gold sich in stabilen mittel- bis langfristigen Trends bewegt haben. Unser System hat die Gewinne laufen lassen und diese Entwicklung ausgenutzt. Die Strategie Phantom S  dagegen hat nicht wie erwartet abgeschnitten, da die Trendwechsel, die ausgenutzt werden sollten, viel schneller als in den Jahren zuvor aufgetreten sind und daher Parameter angepasst werden mussten. Wir haben bereits eine neue Handelsstrategie entwickelt, um künftig auf solche Entwicklungen reagieren zu können.

 

Wurden die angestrebten Korridore hinsichtlich Volatilität und maximaler Verlust eingehalten?

 

Poimenidis: Ja, wie schon erwähnt lag die Standardabweichung beim Robo R&D Managed Account bei 3,16 Prozent, der maximale Verlust hat 8,1 Prozent betragen. Das ist geringer als in der dreijährigen Live-Trading-Phase zuvor und auch geringer als in unserer statistischen Analyse der vergangenen 20 Jahre. Dort hatten wir bei einem durchschnittlichen Hebel von 4 einen maximalen Verlust von 14 Prozent erwartet. Das Gleiche gilt auch für den RoboTrade Fonds, bei dem wir den Hebel bis Ende 2016 Stück für Stück gesteigert haben. Die monatliche Standardabweichung lag bei weniger als 0,8 Prozent, der maximale Verlust bei nur 1,6 Prozent.

 

Welche Performance können Investoren mit dem RoboTrade Fonds, der auf den verschiedenen Handelssystemen basiert, erwarten?

 

Poimenidis: Wie wir in der dreijährigen Phase mit Live Trading gesehen haben, lag die durchschnittliche jährliche Wertentwicklung bei rund 11 Prozent, bei einem ähnlichen Hebel wie wir ihn aktuell im Robo R&D Managed Account nutzen. Das bedeutet, beim Einsatz eines solchen Hebels zwischen vier und zehn und mit weiteren Verbesserungen des Systems sollte eine Wertentwicklung von im Durchschnitt 15 % p.a. realistisch sein.

 

2016 hat SpeedLab die ersten Robots eingesetzt, die Trends im US-Aktienmarkt ausnutzen. Wie waren die Erfahrungen?

Poimenidis: Die Ergebnisse unseres S&P 500-Handelssystems waren sehr ermutigend und sind für uns eine weitere Bestätigung für die Skalierbarkeit des Systems im Sinne einer Streuung auf Anlageklassen.

 

Werden Sie 2017 weitere Aktienmärkte aufnehmen? Welche anderen Anlageklassen sind geplant?

 

Poimenidis: Wir entwickeln Handelsstrategien für alle wichtigen Aktienindizes, für noch mehr Rohstoffe – bisher nutzen wir Trends im Goldmarkt – und für sehr liquide Rentenmärkte wie Bundesanleihen.

 

Haben Sie Ziele für die Wertentwicklung für den RoboTrade Fonds für 2017?

 

Poimenidis: Wichtig ist für uns nie die reine Performance, sondern die Wertentwicklung in Abhängigkeit vom Risiko, das wir eingegangen sind. Die richtige Antwort ist also, dass wir eine Sharpe Ratio von deutlich über 1 anstreben. Eine Zielgröße dabei wäre eine Wertentwicklung von rund 20 Prozent bei einem maximalen Verlust von nicht mehr als 12 Prozent.

 

Posted by SpeedLab / Posted on 21 Jan
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