5 Gründe warum Banken von der FinTech-Welle profitieren

Die „digitale Revolution“, getrieben von der FinTech-Welle, stellt die Finanzwelt vor die Frage, ob und wie sich das Geschäftsmodell „Bank“ künftig profitabel gestalten lässt. Wir haben fünf Gründe zusammengetragen, die zeigen, dass Banken trotz und wegen der aufgezwungen digitalen Evolution als Gewinner hervorgehen können.

Noch vor fünf Jahren tat der strategische Banker im allgemeinen die FinTech-Welt als Spielwiese der Softwareunternehmen ab, denen man wegen der starken Regulierung kaum eine Chance gab.

Heute bekennen sich große Finanzdienstleister wie HSBC, Deutsche Bank, BBVA, Credit Agricole, American Express, Bank of America und viele andere zu dem Zukunftsmarkt. Eine Accenture-Studie zeigt: Das Thema FinTech wird jetzt in den Führungsriegen als strategischer Markt eingestuft. Es werden bereits konkrete Wege wie offene Innovation, Co-Investition oder direkte Beteiligung an FinTech-Unternehmen umgesetzt.

Die Zahlen zeigen, wie stark das Engagement ist: 2014 wurden weltweit 12,21 Milliarden $ an Investitionen in das FinTech-Geschäft gesteckt. Berechnungen von Goldman Sachs zufolge werden diese rund 4,7 Billionen $ weltweiten Umsatz und Gewinne in Höhe von 479 Milliarden $ jährlich generieren. Ein Dutzend der 4.000 Fintechs (AngelList) weltweit werden mit über 1 Milliarde $ bewertet.

„Peer-to-Peer“-Kreditvergabeplattformen wie Lending Club, Paypal, Bitcoin oder Robo-Investment-Angebote wie Betterment, die Anlagestrategien der erfolgreichsten Vermögensverwalter nun auch Otto-Normalverbrauchern zugänglich machen, lassen erahnen, wo die Reise hingeht.

Die digitalen FinTech-Modelle ermöglichen zwar Kosteneinsparungen, bedeuten aber auch nur geringe Margen und das in allen drei Geschäftssegmenten, der Kreditvergabe, dem Geldtransfer und dem Anlagegeschäft. Hatte die durch die Finanzkrise ausgelöste Flut an Regularien die Profitabilität der Banken bereits massiv unter Beschuss gestellt, drückt die Digitalisierung nun zusätzlich auf die Margen.

Ist das „proaktive“ Verhalten der Banken ein erstes Anzeichen für das Aus der bisher profitablen Geschäftsmodelle der Banken? Wir stellen fünf Thesen auf, nach denen Finanzdienstleister sich zwar harten Zeiten gegenübersehen, sich aber echte Chancen für die Behauptung des Geschäftsmodells ergeben:

These 1: Ohne Bankkonto geht nichts. Selbst in der FinTech-Welt. Die Frage dreht sich um den Zugang, die Dienstleistungen um das Konto und um die Kernfrage: „Wie viel Fintech darf es sein und in welchen Bereichen?“

These 2: Kernkompetenz Kunde: FinTech zwingt die Banken nicht nur, sich auf das wesentliche „Kerngeschäft“, den Kunden, zurückzubesinnen und für ihn Werte zu schaffen. Es wird sich zeigen, wie gut die Banken ihre Kunden wirklich kennen, denn FinTech bietet die Chance für eine Bank, gewisse Kundengruppen besser ansprechen zu können. Ein strategisch und geschickt platziertes Ensemble von FinTech-Nischenprodukten kann das Bankgeschäft schärfen oder neu erfinden.

These 3: Spezialisierung als Entscheidungsfaktor. Gewinnen werden die Banken, die eine klare FinTech-Strategie fahren und daran konsequent festhalten. Standardgeschäftsmodelle, die allen alles bieten wollen, funktionieren nicht mehr. Die Strategien der Finanzinstitute waren in den letzten Jahren von einem stetigen Wechsel gekennzeichnet und das ohne nennenswerten Erfolg und mit Konsequenzen beim Endkunden.

These 4: Die perfekte Symbiose! Fintech-Firmen sind in erster Linie Dienstleister. Sie wollen Banken nicht ersetzen. Banken wollen und können FinTech-Expertise im Allgemeinen nicht intern generieren, denn IT ist generell bisher kein wesentlicher Bestandteil ihrer DNA. Das Image der Banken macht es ihnen auch schwer, entsprechende Talente an Bord zu ziehen. Hier bietet die Zusammenarbeit mit den FinTechs große Vorteile. FinTechs dagegen wollen nichts mit den Regularien der Bankenwelt zu tun haben. Sie bauen darauf, dass die Banken diese Kompetenzen bereitstellen.

These 5: Neue Profitabilität. Die Banken werden ihre Geschäftstätigkeiten so gestalten müssen, dass das Kundengeschäft profitabel bleibt, Risiken kontrolliert und minimiert werden. FinTech-Strukturen helfen dabei in erheblichem Maße, insbesondere beim Senken der „Ausfälle“. Denn die automatisierten Prozesse sind frei von Emotionen, die den Menschen in Krisensituationen zu subjektiven Markteinschätzungen beeinflussen. Zudem erlaubt diese neue Kategorie von Produkten eine völlig neue Tiefe der Dienst- und Zusatzleistungen, über die Banken neue Umsatzkanäle erschließen können.

Das „kategorische Aus“ der Bank, wie wir sie heute kennen zu prophezeien, ist etwas voreilig. Menschen brauchen persönliche Ansprache und Beratung. Den Faktor Mensch kann und will Technologie letztendlich nicht völlig ersetzen. Dennoch wird es für Banken Zeit, sich stärker und bewusster mit den Themen zu befassen.

Letztendlich bietet FinTech einem zukunftsorientierten Finanzhaus eine Win-Win-Situtation. Es kann sich individueller, kundenorientierter, Performance-stärker präsentieren und als „Macher“ auf dem Markt und bei den Kunden gelten.

Posted by SpeedLab AG / Posted on 14 Aug
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